Ein literarischer Roman über Beschleunigung und Entschleunigung, über einen Versuch, der Zeit nicht mehr hinterherzulaufen. Warum scheint die Zeit immer schneller zu vergehen? Was, wenn man die Zeit verlangsamen oder ganz anhalten könnte? Ein Gedankenexperiment. Der Attosekundenforscher Achill nimmt sich eine Auszeit und wird Hilfskellner im Südbahnhotel am Semmering. Mit dem dreibeinigen Hund Uhudler und dessen Herrin Madeleine schließt er einen Pakt zur Entschleunigung der Zeit. Sie wollen in den zehn Tagen bis Weihnachten ebensoviel erleben wie in den vergangenen einhundert Tagen, seit sie einander kennen. Als Madeleine Achill nach dem gemeinsamen Urlaub verlässt, begibt dieser sich auf einen spiralförmigen Irrlauf durch Wien. Während eine Gruppe fanatischer Studenten unter dem rotverschobenen Licht des Sterns Betelgeuse den 'Untergang des Universums' prophezeit, streift Achill durch die Bezirke mit Stationen in Kolonialwarenhandlungen, Kaffeehäusern, Kirchen und einem Zen-Dachgarten. Dort begegnet er den Menschen aus Madeleines Leben. Auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe nähert er sich dem paradoxen Wesen der Zeit. Am Christtag um kurz vor zwölf Uhr mittags erklimmt Achill den Südturm des Stephansdoms. Man erlebt die Verdichtung unmittelbar beim Lesen, weil sich die Dauer der Kapitel auf das nächste jeweils auf ein Zehntel verkürzt. Das erste Kapitel umfasst einen Zeitraum von einer Milliarde Sekunden (etwa 31 Jahre), das zehnte und letzte erzählt nur eine einzige Sekunde.
Ulrich Jochinger, geboren in Perth Amboy, New Jersey, USA, erwarb nach dem Studium der Physik und Elektrotechnik 2002 den Doktortitel an der Technischen Universität Wien. Bis 2005 forschte er an der Columbia University in New York. Seitdem arbeitet er als Unternehmensberater in Österreich. Jochinger lebt mit seiner Familie in Wien und am Semmering. "Aus Zeit" ist sein erster veröffentlichter Roman.
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