In seinem Essay Auf den Zinnen des Seins nimmt Marius Strasser die aktuell unseren Horizont verdunkelnden Risiken in den Blick und versucht, ihnen durch unerprobte Ansätze zur Gesamteinordnung unserer Existenz die eingeschliffene Deutungshoheit über unsere Zukunftsaussichten streitig zu machen. Dabei zielt das Buch darauf ab, über eine langfristige Betrachtung unserer Spezies das bisher allenfalls ansatzweise erschlossene Möglichkeitsfeld immer wieder neuer Sichtweisen dauerhaft für unser Denken zu aktivieren. Es erlaubt sich, den Bogen dazu von den Anfängen des Universums bis zur heutigen Misere menschlicher Zukunftsperspektiven überraschend weit zu spannen. Damit rückt es nicht nur Symptome verfehlter Gesellschaftsorganisation und Planetenkultivierung wie die Klimakrise, bestimmte Auswüchse des Kapitalismus oder die Ambivalenz künstlich simulierter Intelligenzen in ein bisweilen ungewohntes Licht. Es bringt auch diesen Kontexten vorausliegende Aspekte menschlichen Handelns in einen neu ausgerichteten Fokus, die wegen ihrer weniger offensichtlichen Relevanz hierfür seltener diskutiert werden, wie unseren Umgang mit Kreativität oder Wahrheitswerten oder unser Erkenntnisvermögen als solches. Mit seinen zahlreichen experimentell in den Wald unseres Denkens geschlagenen Blickachsen ist das Buch aber vor allem eine Aufforderung an die Leserschaft, der Flexibilität eigener Reflexion den Raum und die Routine zu verschaffen, die es zur erfolgreichen Aufhellung unseres Zukunftshorizonts braucht.
Marius Strasser, geboren 1970 in Düsseldorf und aufgewachsen am Niederrhein, studierte Philosophie, deutsche Literatur und Völker- und Europarecht in München und Berlin und lebt heute in Paris.
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