Mit seiner Analytischen Mechanik schuf Joseph-Louis Lagrange (1736-1813) eines der absoluten Grundwerke der theoretischen Mechanik. Die vorliegende Neuausgabe macht die historische deutsche Ausgabe zugänglich, die Dr. H. Servus 1887 nach Lagranges zweiter Originalausgabe von 1811-1815 vorlegte. Historische Begriffe wie lebendige Kraft und Bedingungsgleichungen werden für heutige Leser knapp eingeordnet, ohne den historischen Sprachstand umzuschreiben. Die mathematischen Formeln wurden für diese Ausgabe neu gesetzt.
Joseph-Louis Lagrange (25. Januar 1736 in Turin; 10. April 1813 in Paris) war einer der bedeutendsten Mathematiker und Physiker der Geschichte. Bereits mit 16 Jahren wurde er Professor an der Turiner Artillerieschule. 1766 berief ihn Friedrich der Große als Nachfolger Leonhard Eulers an die Berliner Akademie. Dort verfasste er 20 Jahre lang wegweisende Arbeiten. 1787 übersiedelte er nach Paris, überstand die Wirren der Französischen Revolution unbeschadet und lehrte später an der neu gegründeten Ecole Polytechnique. Sein absolutes Meisterwerk ist die "Analytische Mechanik" (1788). Darin revolutionierte er die Physik, indem er die gesamte Mechanik durch das Prinzip der virtuellen Geschwindigkeiten auf eine rein mathematisch-analytische Grundlage stellte. Er begründete zudem maßgeblich die Variationsrechnung. Lagrange starb hochgeehrt im Alter von 77 Jahren, seine Überreste ruhen heute im Pariser Pantheon.
Marco Bernard
Als Ingenieur störte ich mich daran, dass physikalisches Grundlagenwissen oft nur noch gefiltert über Sekundärliteratur vermittelt wird, anstatt die Originalquellen zu studieren. Meine Neuausgabe der "Analytischen Mechanik" ist der konsequente Schritt zurück zum Originalwerk, aufbereitet mit der mathematischen Lesbarkeit von heute.
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