Es gibt einen Moment, in dem eine Software aufhört, ein Werkzeug zu sein, und anfängt, sich wie ein Mitarbeiter zu verhalten.
Bei vertrauten Assistenten tippt man eine Frage und bekommt eine Antwort: klug vielleicht, aber eben nur Text, den man selbst weiterverarbeiten muss. Der Arbeitsagent tut etwas grundlegend anderes: Er nimmt ein Ziel entgegen, zerlegt es in Schritte, arbeitet über deine Programme hinweg und liefert am Ende ein fertiges Ergebnis.
Dieses Buch ist kein Werbeprospekt und keine bloße Aufzählung von Funktionen. Es ist eine praktische Anleitung, die dich vom ersten Auftrag bis zum selbstständig arbeitenden Agenten führt.
Was du in diesem Buch lernst:
Das mentale Modell: Warum ein Arbeitsagent abliefert, statt nur zu antworten.
Aufträge, die funktionieren: Wie du Ziel, Absicht, Format, Abnahmekriterien und Grenzen richtig formulierst.
Kontrolle behalten: Wie du den Plan-Modus nutzt und folgenreiche Handlungen (wie das Senden von E-Mails) sicher durch Freigaben steuerst.
Anschlüsse (Plugins & Apps): Wie du den Agenten mit deiner Dateiablage, dem Kalender und Nachrichtenkanälen verbindest, um ihn mit echten Daten arbeiten zu lassen.
Ergebnisse richtig prüfen: Warum du nicht nachbauen sollst, sondern gezielt Fakten und Zahlen an der Quelle prüfst.
Automatisierung: Wie aus einmaligen Aufgaben geplante, wiederkehrende Aufträge werden.
Zusätzlich begleiten dich 12 vollständig durchgearbeitete Praxis-Fälle vom wöchentlichen Bericht über komplexe Recherchen, das Bändigen des Posteingangs bis hin zur Budgetplanung und Vorstandspräsentation.
Ein Arbeitsagent nimmt dir die Arbeit ab, nicht die Verantwortung. Wer die Betriebsbedingungen kennt, gewinnt einen Mitarbeiter von großer Kraft, ohne die Kontrolle über die eigene Arbeit und Daten aus der Hand zu geben.
Christian Sittig verantwortet seit vielen Jahren Softwareentwicklung und Projektmanagement auf Konzernebene und hat in dieser Zeit zahlreiche innovative, KI-begleitete Projekte von der ersten Idee bis in den produktiven Einsatz gebracht. Mit diesem Erfahrungsschatz gründete er die Abwicklungsassistent UG, ein Softwareunternehmen mit Sitz in Suhl, Thüringen. Mit einem Team von drei Mitarbeitenden entwickelt er dort Software für kleine und mittlere Unternehmen mit hohem KI-Anteil: mit dem Ziel, dass Effekte und Synergien aus dem Einsatz von KI nicht bei Ideen oder Roadmaps stehen bleiben, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich ankommen. Wie das aussieht, zeigt er mit einem eigenen Produkt: Friedenswerk ist eine Softwareplattform für Bestattungsunternehmen, die Christian Sittig selbst betreibt. Durch gezielt eingesetzte KI-gestützte Prozesse (von der Spracherfassung im Erstgespräch bis zur automatischen Formularausfüllung) erreichen Bestattungshäuser damit Effizienzgewinne von bis zu 70 Prozent gegenüber der bisherigen, papierbasierten Arbeitsweise. Friedenswerk ist der lebende Beleg dafür, dass sich die Prinzipien dieses Buchs nicht nur beschreiben, sondern in echter, produktiver Software umsetzen lassen.
Dom Pfeiffer beschäftigt sich seit 2021 intensiv mit generativer KI und hat den Weg von den frühen Modellen bis zu den heutigen Arbeitsagenten aus nächster Nähe verfolgt. Für ihn ist KI kein kurzlebiges Werkzeug, sondern ein neuer Arbeitsmodus: einer, der Menschen befähigt, in einem Maß wirksam zu werden, das vorher kaum denkbar war. Aufgewachsen in Ostdeutschland und seit 1989 mit dem Wandel als Dauerzustand vertraut, versteht er Veränderung nicht in erster Linie als Zumutung, sondern als Gelegenheit. Diese Haltung prägt seinen Blick auf KI bis heute. Beruflich war er dreizehn Jahre bei Philips Medizintechnik in Böblingen tätig, zunächst als Teamleiter operativer Einheiten, später in Forschung und Entwicklung mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und KI. Dort begleitete er die Überführung zahlreicher KI-Anwendungsfälle in ein produktives Produkt und wirkte an Prozessen für regelkonforme KI-Entwicklung mit. Er brachte den praktischen Einsatz von KI in den Arbeitsalltag und schulte mehrere hundert Mitarbeitende im Umgang mit generativer KI. Genau daraus stammt vieles, was in diesem Buch über Einführung, Schulung und Governance steht: aus dem Erleben, was in großen Organisationen wirklich trägt und was auf dem Papier bleibt. Heute bringt Dom Pfeiffer diese Perspektive bei Scaling Intelligence ein. Er unterstützt Unternehmen dabei, aus dem Potenzial von KI konkrete Anwendungen, produktive Abläufe und messbare Verbesserungen zu machen: nicht Ideen, sondern Wirkung. Über die Autoren 267 Mit diesem Buch möchte er zeigen, dass ein Arbeitsagent weit mehr ist als ein weiteres digitales Tool. Richtig eingesetzt, geführt und geprüft wird er zu einem Hebel, mit dem Menschen ihre Ziele schneller, besser und in einem bislang kaum vorstellbaren Maß erreichen. Der Hebel liegt dabei nicht in der Software, sondern in der Hand dessen, der sie führt.
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