Sehen, Sprechen, körperliches Untersuchen sind die Handlungen, mit denen jede ärztliche Fallarbeit beginnt. Grundlage dieser epistemischen Praxis sind die Begriff Wirklichkeit, Wissen, Wahrheit, Wahrscheinlichkeit und Zeit. Sie werden im Grundsätzlichen erklärt und auf Einzelfragen angewendet, die sich mit den Themen Fallarbeit, Patientenbilder, Krankheitsverlauf und Handlungsanweisungen beschäftigen. Diese praxistheoretischen Überlegungen münden in der Vorstellung von einem medizinischen Argumentationsraum, in dem die Patient:innen und Ärzt:innen sich kennenlernen, gedanklich bewegen und gemeinsam den individuellen Fall konstruieren, realisieren und abschließen. Mit Fallbeispielen und vertiefenden Exkursen eröffnet die vorliegende Propädeutik des ärztlichen Denkens knapp und übersichtlich den Zugang zu diesem Argumentationsraum. In ihm treten als dritte Akteure zunehmend Maschinenintelligenzen auf. Auch deren Denken erkennen die menschlichen Teilnehmer nur, wenn sie wissen, wie ihr eigenes natürliches Denken funktioniert.
Ulrich Müller-Kolck studierte Humanmedizin, Philosophie und Informationswissenschaft. Er praktizierte 29 Jahre als Facharzt für Innere Medizin und Angiologie, Diabetologie, Hämostaseologie.
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