Mannesalter

Mannesalter

Michel Leiris

Reihe: Französische Bibliothek

Romane & Erzählungen

Paperback

228 Seiten

ISBN-13: 9783518469071

Verlag: Suhrkamp

Erscheinungsdatum: 18.10.2017

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Literatur, bekenntnisliteratur, Frankreich, Französische Bibliothek, Identität

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»Ich bin gerade vierunddreißig Jahre alt geworden, die Hälfte des Lebens.« Wer hier spricht, ist niemand anderes als Michel Leiris selbst. Geistig und körperlich erschöpft, beginnt er mit der Arbeit an Mannesalter, Ausgangspunkt einer schonungslosen Analyse seines Lebens, die weit in Jugend und Kindheit zurückreicht. Wie ist er zu dem Menschen geworden, der er heute ist? Und was bleibt von ihm übrig, wenn die eigene Identität zunehmend in ihre Einzelteile zerfällt?

»Literatur als Stierkampf«, das Ich aufzustacheln, um es besiegen zu können, und zwar ohne jede Form von Selbsttäuschung oder gelegener Lüge – so beschreibt Leiris sein verwegenes Programm in einem vorangestellten Essay. In Mannesalter ergründet er sexuelle und psychologische Obsessionen und spürt ihrem frühen Entstehen nach. Sein Ziel ist nicht etwa die Rekonstruktion einer verlorenen Vergangenheit; Leiris will unsere Vorstellung von Identität und dem verlässlichen Funktionieren des Gedächtnisses radikal in Frage stellen.

Mannesalter gilt als Klassiker der Bekenntnisliteratur. Kunstvoll verbindet Leiris darin Kindheitserinnerungen, Erzählungen wirklicher Ereignisse, Träume und erlebte Eindrücke in einer Art surrealistischer Collage, vervollständigt durch die Methoden und Erfahrungen, die er sich als Ethnologe angeeignet hat und nun auf sich selbst anwendet. Mit Mannesalter und dem vierbändigen Romanprojekt Die Spielregel stellte Leiris sich in eine namhafte Tradition autobiografischer Schreibweisen – in eine Reihe mit Jean-Jacques Rousseau, Marcel Proust und André Breton.
Dieses Buch ist Teil der Reihe Französische Bibliothek.

Sie ist in Zusammenarbeit zwischen der Académie de Berlin und dem Suhrkamp Verlag entstanden. Gemeinsam wollen sie auf bedeutende, aber fast vergessene Werke der modernen französischen Literatur aufmerksam machen – die Französische Bibliothek soll dazu als Kompass dienen und als Anregung, sich immer wieder aufs Neue für französische Literatur in deutscher Sprache zu begeistern.
Michel Leiris

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