Die Lust am Text

Die Lust am Text

Roland Barthes

Reihe: Französische Bibliothek

Romane & Erzählungen

Paperback

108 Seiten

ISBN-13: 9783518469088

Verlag: Suhrkamp

Erscheinungsdatum: 18.10.2017

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Literatur, Frankreich, Französische Bibliothek, Textkritik, Le Plaisir du Texte deutsch

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Le Plaisir du texte brachte 1973 die Grundpfeiler der französischen Theorienlandschaft zum Einsturz und löste rund um den Erdball viele Nachbeben von derselben Stärke aus. Zu diesem Zeitpunkt galt Roland Barthes als Mitbegründer der strukturalistischen Analyse von Gesellschaft wie Kultur: In seinem bekanntesten Werk aus dieser Periode, Mythen des Alltags, wurden die den Franzosen liebsten Gewohnheiten auf ihre objektive Zeichenstruktur zurückgeführt, in S/Z, der Interpretation eines Balzac’schen Textes, fanden jeder Satz wie Absatz seine Zuordnung zu einem Erzählmodell. Kurz: Bei Barthes dominierte in seinen frühen Werken die Lust an der Analyse.

Die Betonung, ja Dominanz der Lust (in all ihren Varianten) im Umgang mit Literatur und Gesellschaft gleichermaßen, wie sie sich plötzlich in Die Lust am Text zeigte, begründete Roland Barthes lapidar: »Der Platz der Lust in einer Texttheorie ist jedoch nicht sicher. Es kommt einfach der Tag, wo man das dringende Bedürfnis hat, die Theorie ein wenig auseinanderzuschrauben …«

Eine solche Öffnung machte die Hinwendung zu einer Philosophie des Sinnes, der Sinnlichkeit bei Barthes unumgänglich – wie bei den meisten Zeitgenossen. Und in seinem Fall brachte sie weitere Ereignisse mit sich: die Publikation von Fragmente einer Sprache der Liebe – und die Liebeserklärung an seine Mutter in Die helle Kammer.
Dieses Buch ist Teil der Reihe Französische Bibliothek.

Sie ist in Zusammenarbeit zwischen der Académie de Berlin und dem Suhrkamp Verlag entstanden. Gemeinsam wollen sie auf bedeutende, aber fast vergessene Werke der modernen französischen Literatur aufmerksam machen – die Französische Bibliothek soll dazu als Kompass dienen und als Anregung, sich immer wieder aufs Neue für französische Literatur in deutscher Sprache zu begeistern.
Roland Barthes

Roland Barthes

Roland Barthes wurde am 12. November 1915 in Cherbourg geboren und starb am 26. März 1980 in Paris an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Er studierte klassische Literatur an der Sorbonne und war danach als Lehrer, Bibliothekar und Lektor in Ungarn, Rumänien und Ägypten tätig. Ab 1960 unterrichtete er an der École Pratique des Hautes Études in Paris. 1976 wurde er auf Vorschlag Michel Foucaults ans Collège de France auf den eigens geschaffenen Lehrstuhl »für literarische Zeichensysteme« berufen. In Essais critiques beschäftigt sich Barthes mit dem avantgardistischen Theater. Prägend für ihn waren unter anderem Brecht, Gide, Marx, de Saussure sowie Jacques Lacan. Zudem war Barthes ein musikbegeisterter Mensch, vor allem als Pianist und Komponist.

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